Wie wir uns und unseren Kindern
in dieser Zeit helfen können

Letztens fand mich eine Äußerung des bekannten Neurobiologen Gerald Hüther. Er gehört zu denen, die den Mut haben, sich zu dem derzeitigen Geschehen kritisch zu äußern.

„Wir können es den Kindern nicht länger zumuten, was wir hier machen. Das ist eigentlich unbegreifbar, wie eine Erwachsenen-Generation es fertig bringt, den Kindern solche Auflagen vorzugeben, die die Kinder eigentlich nur erfüllen können, in dem sie ihre eigene Lebendigkeit, ihre eigenen Bedürfnisse unterdrücken.“

Als Therapeutin und Coach spüre ich mit Menschen in ihre Kindheit hinein, in der die Wurzeln für alles liegen, was sie heute belastet und an einem erfüllten, selbst-bewussten, freien Leben hindert. Und mit meiner Erfahrung aus fast 2000 Sitzungen weiß ich ganz genau, was das, was die Gesetzgeber und die, die diese Gesetze ausführen seit fast einem Jahr Kindern antun, für ihre Seelen bedeutet.

Als ich den Ausspruch von Gerald Hüther gestern las, erfüllte tiefe Traurigkeit und Mitgefühl mein Herz, sowohl mit den Kindern als auch mit den Verantwortlichen und Ausführenden und meine Tränen flossen.

 

Seit einem Jahr ( !!!!!! )

– werden Kinder von Erwachsenen mit Masken gequält, unter denen sie nicht frei atmen können.

– sehen sie die Gesicher ihrer Mitmenschen, Lehrer und Mitschüler nicht mehr, in denen sie normalerweise instinktiv lesen und die sie als Projektionsfläche brauchen.

– werden sie in die stundenlange Isolation vor den Computer gezwungen.

– werden ihnen die für ihre Entwicklung so wichtigen, vielfältigen Sozialkontakte genommen.

– wird ihnen Sport, Bewegung, Spiel und Musik in Gemeinschaften verwehrt, in denen sie sich ausprobieren konnten, Lebensfreude und Verbindung spüren konnten.

– erleben sie hilflose Lehrer und Eltern in Angst, Panik und ohnmächtiger Obrigkeitshörigkeit, die ihnen eigentlich starke und mutige Vorbilder sein sollten.

Auf all das haben Kinder eigentlich ein Lebens – und Geburtsrecht.

 

Für mich geschieht gerade eines der größten Verbrechen an Kindern, das jemals in einem zivilisierten Land stattgefunden hat. Und dass es diesmal im Kollektiv stattfindet und nicht nur an einzelnen Kindern, macht es um so schwerwiegender. Der beste Gradmesser, wie es um eine Gesellschaft bestellt ist, ist, wie sie mit ihren Kindern, den schwächsten Mitgliedern umgeht. Die Grausamkeit, mit der Erwachsene hierzulande Kinder behandeln, ist ein Zeichen für die große Unbewusstheit und Abgestumpftheit unserer Gesellschaft.

Wer jetzt denken mag, das sei doch alles gar nicht so schlimm, das würden die Kinder schon aushalten und woanders ginge es Kindern noch viel schlechter, der hat selbst sein Herz verschlossen und abgehärtet, hat sich einen dicken Schutzpanzer gegen das Spüren von Verletzungen umgelegt und ist deshalb nicht mehr in der Lage, liebevolles Mitgefühl für sich selbst und andere zu empfinden.

Wenn ich Menschen in meinen Sitzungen gegenüber sitze, mache ich jedesmal die gleiche Erfahrung:
Um die Verletzungen und Grausamkeiten, die unser Herz und unsere Seele in der Kindheit erfahren haben, zu überleben, verschließen wir unser Herz und machen uns selbst gefühllos.
Oder wir setzen Masken auf, hinter denen niemand unseren wahren Zustand, unsere Angst, Kleinheit, Hilflosigkeit und Ohnmacht erkennen soll.

Dabei muss es sich bei seelischen Grausamkeiten an Kindern gar nicht um einmalige traumatische Erlebnisse wie Mißbrauch oder körperliche Misshandlung handeln. Nein, die Seele eines Kindes kann durch viel subtilere, lang anhaltende negative Einflüsse von Erwachsenen wesentlich stärker und nachhaltiger geschädigt werden.

Solange die heutige Erwachsenen-Generation selbst noch mit verletzten, verschlossenen, verhärteten Herzen lebt – und das ist ganz überwiegend noch der Fall – wird sie das Leid, die stumme Not und die Hilferufe der Kinder nicht fühlen und wahrnehmen können, weil sie sich für ihr eigenes Leid verschlossen hat.

Und gerade weil sie sich dafür verschlossen hat, wird das, was jetzt den Kindern angetan wird, überhaupt erst möglich.

 

Es ist wichtiger denn je

Meine mit großer Liebe und Freude ausgeführte Profession besteht darin, Menschen den Zugang zu ihrem Herzen, zu ihren eingeschlossenen Gefühlen, zu ihrem Selbstmitgefühl und damit der 100%igen Annahme ihrer selbst zu öffnen.

Menschen, die auf dem Weg sind, dies zu lernen und zu erfahren, brauchen Mut und eine sie fühlende Begleitung, die ihnen das schenkt, was ihnen in ihrer Kindheit niemand geben konnte – bevor sie sich es dann in vollem Umfang liebevoll selbst schenken können.

Dies sind vor allem Wertschätzung, Anerkennung, Mitgefühl, Gesehen werden, Achtung und vollständige Selbst-Annahme ohne jegliche Selbstverurteilung.

Es erfüllt mich jedesmal mit unbeschreiblicher Freude, Hoffnung und Liebe, einen Menschen zu erleben, der aus den Alten, von so Vielen heute noch gelebten Mustern aussteigt und sich selbst, die Beziehung zu seinen Mitmenschen und damit auch unsere ganze Gesellschaft menschlicher, liebevoller und wärmer werden lässt.

Und ich empfinde meine und ebenso die Arbeit vieler andere Kollegen, Therapeuten, Coaches, Heiler und Begleiter in dieser Zeit existenziell so wichtig wie nie zuvor für ein menschlicheres Miteinander.

 

Und immer, wenn du einem Kind begegnest,

bei dem du spürst, dass es in innerer Not ist, egal ob es dein eigenes ist oder nicht, öffne dein Herz und schenke ihm dein Mitgefühl in Form eines Lächelns, ein paar freundlicher Worte oder einer liebevollen Berührung. Aus den Berichten meiner erwachsenen Klienten, die soetwas in ihrer oft harten Kindheit  erfahren haben, weiß ich, wie tief das eine Kinderseele berührt und das es ein Leben lang in Erinnerung bleibt.

 

 

2 Kommentare zu: “Wie wir uns und unseren Kindern
in dieser Zeit helfen können”

  1. Erika

    Wie wahr und traurig! Das Leben ist nicht mehr auszuhalten! Mein Sohn leidet seelisch enorm unter dieser Zeit, ich bin verzweifelt 😩.
    Danke für diese schönen Worte und Gedanken!
    Mit Liebe Erika ❤️

    • Eva Adelberger

      Begleite deinen Sohn mit viel Liebe und Mitgefühl und stärke ihn. Du bist wichtiger für ihn als alles da draußen.
      Herzensgut – Eva

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