Warum du bei mir keine Online-Angebote findest

Vor einigen Tagen las ich eine Einladung zu einem Begegnungs-Wochenende bei Facebook. Die sozialen Medien sind ja derzeit voll von Angeboten an Seminaren, Ausbildungen, Selbsterfahrungszyklen, Meditationsangeboten, Coachingangeboten, Kongressen und was man sonst noch so alles „für sich selbst“ tun kann.

Beim weiteren Lesen dieser Einladung folgte wie üblich das Datum der Veranstaltung, der Preis und dann – oh Wunder – ein echter, wirklich existierende Ort, an dem das Treffen stattfinden sollte. Ein Ort, zu dem man sich wirklich körperlich hinbegeben muss. Kein Link zu Passwörtern, die virtuelle Zoomräume öffnen, kein Lockangebot mit einem kostenlosen Webinar oder Video, das dann geschickt auf die Buchung des eigentlichen, immer nach dem gleichen Muster gestrickten Online-Angebotes hinleiten soll.

Ich hab dieses Real-Live Seminarangebot in dem Moment so sehr gefeiert und daran, das ich es so toll fand, ist mir aufgefallen, dass sowas mittlerweile echt eine Seltenheit ist.

 

Das verlockende Geschäftsmodell – Online

Fast alle Menschen, die ich kenne, die Seminare für Körper, Seele und Geist anbieten, haben in den letzten beiden Jahren ihr Angebot komplett oder zusätzlich auf Online umgestellt.

So sehr ich das verstehen kann, wenn es um die Existenz geht und keine Vor-Ort-Begegnungen mehr möglich waren, so sehr bedauere ich es. Zumal sich jetzt, wo alles wieder möglich ist, keine signifikante Umkehr dieses Trends beobachten lässt.

Online-Angebote zu erstellen ist sehr verlockend. Man bastelt im stillen Kämmerlein sein Programm zusammen, füllt es mit Inhalten, bewirbt es in den sozialen Medien und – ohne dass man Live anfassbar irgendwie in Erscheinung treten muss, kann man es theoretisch unendlich oft verkaufen. Das kann, wenn es funktioniert, eine sehr lukrative Einkommensquelle sein, für die man einmal die Vorarbeit gemacht hat und sich dann entspannt zurücklehnen kann. Und statt vor Ort bei den Menschen zu sein, die für diese Angebote bezahlt haben, an den schönsten Orten der Welt das Leben geniessen kann.

Bei vielen dieser perfekt designten Angebote ist der Mensch mit dem Namen dahinter überhaupt nicht mehr persönlich individuell erreichbar. Was auch logisch ist bei den tausenden von Menschen, die hier Zielgruppe sind.

 

Entfremdung und Entmenschlichung

Und ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, der mit diesem Geschäftsmodell arbeitet – mir hängt das mittlerweile zum Hals raus und ich bin dieser ganzen Online-Seminar- und Ausbildungswelt so überdrüssig. Ich kann diese Massen nach dem gleichen Muster gestrickten, toll und professionell aufgemachten, aber letztlich doch unpersönlichen Angebote mit den großen Versprechungen nicht mehr sehen.

Sie interessieren mich nicht mehr. Auch ich habe in der Vergangenheit tausende von Euros in solche Online Seminare, Ausbildungen, Webinare, Zoommeetings usw. gesteckt, aber sie haben mich nicht befriedigt, sie haben mich nicht satt gemacht. Und meistens habe ich sie deshalb sogar abgebrochen bzw. gar nicht erst angefangen.

Diesen Trend, immer mehr digitale Angebote an Menschen zu verkaufen, die sich eigentlich nach körperlicher und wirklicher seelischer Verbindung mit Anderen sehnen, finde ich fatal.

Er reiht sich für mich ein in eine immer mehr zunehmende Entwicklung der Technisierung, der Entmenschlichung, der Vereinzelung, des nicht mehr Spüren des eigenen Körpers und der Entfremdung von der Natur.

 

Nahbar und fühlbar sein

Nein – es ist nicht das gleiche, ob ich mit mir alleine vor dem Bildschirm sitze, dort andere Gesichter sehe, mit denen ich zwar sprechen und vielleicht auch fühlen kann, aber sie durch eine Mattscheibe von mir getrennt sind. Und mit einem Kick sind sie alle wieder weg.

Nein – es ist nicht das gleiche, ob ich mich für ein Seminar anmelde, mich darauf freue, mich auf einen realen Weg dorthin mache, dort anderen Menschen körperlich begegne, sie alle gleichzeitig wahrnehmen kann, sie spüren, riechen, anfassen kann, mit ihnen weinen und lachen kann, sie umarmen kann, mit ihnen in einem Kreis sitzen kann, mit ihnen gemeinsam tanzen, singen und essen kann oder gemeinsam mit ihnen in die Natur gehen oder meditieren oder an einem Feuer sitzen kann.

In wirklich realen Begegnungen auf Seminaren müssen wir viel mehr von uns zeigen, sind nahbarer, erkennbarer, fühlbarer für die Anderen. Das gilt sowohl für die Seminarleiter als auch für die Teilnehmer. Wir haben weniger „Fluchtmöglichkeiten“, können uns weniger verstecken. Sind viel mehr nackt. Können uns viel mehr unseren Ängsten stellen, aber auch unsere Verletzlichkeit spüren – und die Reaktion der anderen darauf.

Und das ist genau das, was so wichtig ist in einer Zeit, in der wir immer mehr daran gewöhnt werden, alles in uns als Optimierungsprogramm abzuarbeiten – so wie es auch in vielen Online-Seminaren angeboten wird. „Werde zur besten Version deiner selbst“ ist ein richtiger Gruselspruch für mich. Als ob wir einfache, steuerbare, mal ebenso auf ein anderes Modell umbaubare Maschinen wären.

 

Was nährt dich in der Tiefe

Immer wieder wird ja dann das Argument angeführt, dass es doch toll ist, in den virtuellen Räumen miteinander verbunden zu sein, sich begegnen zu können, wo sonst vielleicht gar keine Begegnung möglich wäre und dass das doch durchaus seine Berechtigung hat.

Für mich nicht. Für mich ist es eine Gewöhnung an seelische Verarmung und Mangel und eine Ersatzbefriedigung. Mich nährt es nicht in der Tiefe.

Einen Menschen/eine Seele erkennt und begegnet man erst in einer tiefen, aufrichtigen und liebevollen Umarmung von Mensch zu Mensch. Wenn Herz an Herz pocht und Seelen sich wahrhaftig begegnen können!

Viele von uns haben nie gelernt, mit offenem Herzen und ohne Angst, Erwartungen, Prägungen oder Scham zu umarmen.

In diesen Umarmungen die Seele zu halten.

Durch diese Umarmungen Nahrung und Schutz zu schenken.

Sich solchen Umarmungen hinzugeben.

Durch diese Umarmungen zu wachsen.

Wir lernen in Online-Seminaren so viele Techniken, die den Körper und das Seelensystem „heilen“ und verändern sollen, doch ohne soetwas wie wirkliche körperliche, sinnliche Berührungen und Wahrnehmung des Anderen und der Natur wird unser menschliches System gar nicht wirklich angesprochen.

 

Echt und Ehrlich

Vor zwei Jahren, als die Plattform Zoom zum Höhenflug ansetzte und alle mitmachten, habe auch ich kurz überlegt, wie ich das für mich umsetzten kann. Aber es ist mir schlichtweg nicht gelungen, ich hatte einfach keine Lust dazu.
Und deshalb bin ich bei meinen „altmodischen“ Seminaren und Coachings mit echter menschlicher Begegnung geblieben. Ich habe mich teilweise über die mir sinnlos erscheinende Regeln der letzten zwei Jahre hinweggesetzt und immer einen Raum für wirkliche Begegnungen mit Menschen offengehalten.
Und der Bedarf an solchen echten Räumen ist groß.
Unser Seminar „DIE REISE ZU Dir“ hier auf der Insel Vis im September, das ausschließlich draußen in der Natur stattfindet, ist bereits ausgebucht und es gibt eine Warteliste.

In allen meinen Seminaren wirst du von Herzen erwartetet und freudig begrüßt.

Du erfährst Begegnungen, die dich in der Tiefe berühren.

Du darfst deine Maske abnehmen und dich zeigen wie du bist.

In einem geschützten, behüteten Raum eine ehrliche, wahrhaftige Verbindung mit dir und den Anderen eingehen.

Und natürlich umarmen soviel du willst.

Ich freue mich so auf Menschen, die sich darauf einlassen wollen.

Infos zu den Seminaren findest du hier auf meiner Website.

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