Warum es gerade jetzt immer wichtiger wird, auf dein Herz zu hören

Das folgende Zitat von Osho, das mir gestern begegnet ist, hat mich ganz schön aufgerüttelt:

„Wir könnten die letzte Generation sein, die die Möglichkeit hat, sich zu wehren. Und wenn wir uns nicht wehren, gibt es möglicherweise keine Chancen mehr. Die Menschheit läuft Gefahr, auf ein roboterähnliches Dasein reduziert werden. Also wehre dich, solange noch Zeit ist.“

In den letzten Jahren spüre ich immer mehr, dass viele Menschen oft wie fremdgesteuert denken, handeln und Dinge beurteilen. Auch in meiner Arbeit mit Menschen bedarf es manchmal mehr Zeit wie früher, bis die Schichten von Fremdbestimmtheit, angenommener Meinungen anderer, festgefahrener Glaubenssätze und innerer Verwirrung durchdrungen sind und der Mensch schließlich zu seinem eigenen Innersten, zu seinen tieferen Gefühlen und dem, was ihn wirklich ausmacht, findet.

Und es ist immer wieder ein sehr bewegender, beglückender Moment, wenn jemand dann wirklich wieder sein eigenes Herz spürt, seine eigenen Verletzungen fühlen kann, Mitgefühl für sich selbst und damit auch für andere entwickeln kann und sich das Verhärtete in etwas Weiches, Zartes verwandelt. Es kommt mir jedesmal wie eine innere Erlösung vor, wie eine Befreiung von einer Knechtschaft. Und genau dieses Befreitheitsgefühl spüren und schildern diese Menschen dann auch.

 

Von wem oder was lässt du dich bestimmen?

Genau wie in dem Zitat von Osho spüre auch ich, dass wir immer mehr Gefahr laufen, uns überwiegend von Außen bestimmen zu lassen. Es gibt immer mehr Regeln bis in unser privates Leben hinein, herrschende Meinungen, denen wir uns anpassen sollen, immer mehr Technik, der wir sozusagen ausgesetzt sind und gerade im Moment erleben wir geradezu Glaubenskriege, die oft auf Grund von angenommenen Fremdinformationen geführt werden.

Wir haben verlernt, auf unser eigenes Herz zu hören, unser Bauchgefühl zu spüren, wahrzunehmen, was uns wirklich gut tut und was nicht.
Viele befolgen einfach nur noch Regeln, die ihnen von Menschen, von denen sie annehmen, dass sie es besser wüssten, vorgegeben werden.
Auf diese Weise geben wir immer mehr Verantwortung für uns selbst ab und werden zu einer lenkbaren Masse.

Niemand, kein anderer Mensch und kein technisches Programm weiß besser als du selbst, was für dich das beste ist.
Und wenn du es selbst nicht mehr weißt und verunsichert bist, ist es höchste Zeit, wieder zu der natürlichen Wahrnehmung deiner selbst zurückzufinden.

 

Wir sind Menschen und dürfen menschlich sein

Spüre deinen Körper wieder genauer, der dir wie ein fein abgestimmtes Instrument so vieles von dem anzeigt, was in dir vorgeht.

Gib deinen Gefühlen wieder mehr Raum, den positiven wie den negativen, schäme dich ihrer nicht und nimm sie als natürliche menschliche Regungen an.

Achte immer wieder bewusst auf deine Gedanken, denn sie stehen am Anfang einer Schöpfungskette, mit der du dein Leben selbst bestimmst. Überprüfe sehr kritisch, was es so in dir denkt, ob es Gedanken der Selbstverurteilung oder der Verurteilung anderer sind, Gedanken der Angst oder der Resignation, oder ob es Gedanken der Zuversicht und der Liebe sind.
„Die Gedanken sind frei“ heißt es in einem sehr alten deutschen Volkslied. Niemand kann dir vorschreiben, was du denken sollst, du selbst hast die Verantwortung für deine Gedanken. Gedanken sind sehr mächtig in ihrer Wirkung auf dich und dein Leben, deshalb achte gut auf sie.

 

Und jetzt kommt das wichtigste

Am allerwichtigsten ist nämlich unser Herz, dessen Sprache so viele nicht mehr verstehen und nur noch der Stimme des Verstandes folgen.
Ich hatte gestern eine ältere Kundin mit ihren 2 erwachsenen Söhnen in unserem Laden. Sie suchte Tischsets für ihr Zuhause.
Spontan griff sie zu einer zarten, schönen hellen Farbe, die ihr sehr gut gefiel, das spürte man deutlich.  Die beiden Söhne meinten dann, das wäre doch nicht pflegeleicht und überhaupt würde es doch gar nicht passen. Das würde sie zuhause dann schon merken.
Nach einem kurzen Hin- und Her entschied sie sich dann für den von den Söhnen favorisierten dunklen Farbton.

Dieses vielleicht etwas banale Beispiel zeigt dennoch sehr gut, wie das mit der Stimme des Herzens funktioniert. Sie ist meist die erste, spontane Regung in uns, die sagt: „Ja, das wäre jetzt wirklich toll, das würde sich so gut anfühlen, das würde ich jetzt so gerne machen.“ Und dann – Zack – mischt sich der Verstand oder die Vernunft ein und drückt auf die gute Stimmung. Oft läuft das so automatisiert ab, dass wir es gar nicht mehr bemerken.

Immer, wenn sich etwas in uns leicht, frei und froh anfühlt, ist es das, was sich unser Herz wünscht. Nur allzuoft gehen wir dieser Regung nicht mehr nach, denn es gilt ja, vernünftig zu sein, zu funktionieren, einen guten Job zu machen, von anderen anerkannt zu werden und die Regeln einzuhalten.
So steht die Herzens-Regung in uns mit den Verstandes-Regeln in Konflikt. Wenn wir jedoch öfter und öfter unser Herz übergehen, engen wir uns immer mehr ein und unser Leben fühlt sich irgendwann nur noch unfrei an.

 

Es gehört auch Mut dazu

Trau dich, auf die Stimme deines Herzens zu hören, es spricht unentwegt zu dir. Trau dich, es anders zu machen als alle anderen, trau dich, deinem Gefühl zu folgen und den Signalen deines Körpers Aufmerksamkeit zu schenken.
Nimm dir dafür Zeit, viel Zeit, immer wieder Zeit für dich, denn all das geht nicht mal eben so nebenbei. Auch wenn wir heute immer denken, es könnte alles Ruck-Zuck gehen, weil es uns die technischen Möglichkeiten so suggerieren. Wir sind keine Computer und keine Roboter.
Wir sind lebendige Seelenwesen mit viel mehr großartigen Möglichkeiten zur Entfaltung, als wir uns oft vorstellen können.

Lassen wir uns diese Möglichkeiten nicht nehmen, damit wir auch in Zukunft ein menschliches, fühlendes und einander zugewandtes Miteinander leben können.

 

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