Warum Du es immer am allerbesten weißt.

„Ich war  ein Suchender und bin es noch immer, aber ich habe aufgehört, die Bücher oder die Sterne zu fragen –  ich habe begonnen, auf das zu hören, was meine Seele mich lehrt.“

Dies ist eines meiner Lieblings-Zitate von Rumi und es gab und gibt in meinem Leben immer öfter solche wahrhaftigen, heilenden und tiefen Momente, wo ich mich nicht von den Ratschlägen und Wahrheiten anderer, sondern von meinem eigenen Herzen und meiner Seele leiten und lehren lasse. Eine meiner prägendsten Erfahrungen hatte ich vor 3 Jahren, als mir ein neues Hüftgelenk eingesetzt wurde und es, nachdem ich am nächsten Tag schon aus dem Krankenhaus entlassen werden sollte, noch zu Komplikationen kam, auf Grund derer ich noch eine Nacht auf der Intensiv-Station verbrachte. Die Ärzte teilten mir mit, dass etwas mit meinem Herzen nicht in Ordnung sei und es sehr wichtig sei, noch weiterhin dazubleiben, um verschiedene Untersuchungen durchzuführen. Ich war durch die große Hüft-OP noch sehr geschwächt, hatte viel Blut verloren und war voller Angst, was jetzt noch alles dazu kommen könnte. Ich fühlte mich hilfos und ausgeliefert und glaubte den Ärzten auch, dass das jetzt alles für mein Überleben notwendig sei.

 

Entscheidung gegen die Vernunft

Mein Mann war ganz geschockt, denn er war eigentlich gerade gekommen, um mich aus dem Krankenhaus abzuholen und auch ich hatte mich gefreut, wieder nachhause zu können. Er hat mich dann im Rollstuhl in den Park des Krankenhauses gefahren und wir haben uns dort in die Sonne auf eine Bank gesetzt und das ganze erst mal sacken lassen. Und dort auf der Bank spürte ich mein Herz, das ganz deutlich sagte, dass es nicht hierbleiben will, dass es nachhause möchte. Und ich hörte die Stimme der Angst, die mir zuflüsterte, dass es gefährlich sei, jetzt zu gehen. Und dann wieder mein Herz, das sagte: Wenn jetzt wirklich etwas passiert, möchte ich lieber zuhause in den Armen meines Mannes sterben als hier zwischen all den Geräten und Maschinen.
Und in diesem Moment habe ich beschlossen, auf mein Herz zu hören und wir sind wieder hineingegangen und ich habe den Ärzten mitgeteilt, dass ich das Krankenhaus gegen ärztlichen Rat verlasse. Die Ärzte waren etwas fassungslos und verabschiedeten mich mit dem Satz „Sie wissen ja, dass sie mit dem Feuer spielen“. Da gewann die Angst nochmal kurz die Oberhand und fast hätte ich meine Entscheidung rückgängig gemacht.
Aber ich vertraute auf mein Herz und handelte danach, wie es sich in dem Moment gut, richtig und leichter für mich anfühlte. Und was soll ich sagen: Es ging alles gut, das Feuer, mit dem ich gespielt hatte, hat mich nicht verbrannt und mein Herz war stark und laut einer späteren Untersuchung völlig in Ordnung.

 

Dein Herz weiß es am besten

An diese Begebenheit erinnere ich mich oft, wenn ich mal wieder dabei bin, auf die Stimmen der anderen, die Ratschläge der Besserwissenden oder auf die Stimme der Angst in mir zu hören, statt auf das, was mein Herz sagt. Denn es hat mir so deutlich gezeigt, wie richtig und wichtig es ist, auf meine innere Stimme, mein Herz, meine Seele, mein Bauchgefühl  oder wie immer man es nennen mag zu hören und zu vertrauen.
Diese innere Stimme kann dir manchmal etwas total anderes sagen, als das, was eigentlich vernünftig wäre. Sie kann entgegen aller anderer Meinungen lauten, aber wenn du den Mut hast, dich auf sie einzulassen, spürst du, dass sie recht hat. Dass sie dir das Allerbeste vorschlägt, was du für dich tun kannst.

 

Nimm dir Zeit, zu lauschen

Wir haben es alle so sehr verlernt, dieser inneren Stimme Gehör zu geben und ich glaube, wenn ich mir damals nicht die Stunde im Park des Krankenhauses gegönnt hätte – drinnen zwischen all dem Gewusel an Untersuchungen, der Hektik und sterilen Routine von Ärzten und Pflegepersonal hätte ich sie überhaupt nicht gehört.  Wir werden mit soviel Informationen, vermeintlichen Wahrheiten und Beweisen überflutet, dass wir oft gar nicht mehr wissen, was wir glauben sollen. Egal ob es um dein eigenes, privates Umfeld geht oder um das Weltgeschehen – es gibt hunderte Ratschläge und Meinungen, von denen wir uns beeinflussen und verwirren lassen und dadurch in die Angst treiben lassen. Deshalb ist es notwendig, dir Zeit zu nehmen, wirklich in dich hineinzulauschen, denn sonst wirst du mitgerissen in den Strudel der Befürchtungen, in denen du dich selbst nicht mehr spüren kannst.

 

Deine eigene Wahrheit ist nicht zu toppen

Dein bestes und sicherstes Wissen kommt immer aus dir selbst. Vielleicht kannst du es nicht mehr so gut wahrnehmen, wenn du lange das geglaubt und getan hast, was andere für richtig halten. Aber du kannst lernen, dir selbst wieder mehr zu vertrauen als allem anderen. Das kostet manchmal Mut, so wie bei mir damals auch, aber es lohnt sich so sehr.
Dein inneres Wissen, dein Herz, deine innere Führung ist der größte Schatz, den du hast in diesem Leben. Wenn du immer wieder den Mut hast, in Übereinstimmung damit zu leben, wirst du immer weniger Angst, weniger Spannung und weniger Enttäuschungen erfahren und dafür mehr Sicherheit, mehr Authentizität und mehr Geborgenheit erleben.
Denn dein Herz weiß immer, zu jeder Zeit und in jeder Situation, was das Allerbeste für dich ist. Da gibt es nichts von Außen, das es besser weiß als du selbst.
Manchmal müssen wir nur ein wenig aus dem aktuellen Geschehen heraustreten und uns einen Moment Ruhe und Stille gönnen, um nach innen zu lauschen und die innere Stimme, die hinter der Angst liegt, wieder zu erspüren.

Diese wahrhaften, heiligen Herz-Momente wünsche ich dir und mir und uns allen immer mehr und immer öfter. Und vielleicht hast du auch schon solche Momente erlebt und ich freue mich wenn du davon in den Kommentaren erzählst.

Von Herzen – Eva

10 Kommentare zu: “Warum Du es immer am allerbesten weißt.”

  1. Bernadette

    Liebe Eva,
    es ist eine sehr berührende Geschichte…..💖… Lieben DANK dafür ❗️

    Wie kann ich lernen wieder auf mein ❤️ zu hören.

    Alles Liebe,
    Bernadette

  2. Helene Balles

    Liebe Eva
    Deine Geschichten berühren mich immer wieder. Für mich war es eine der schwierigsten Erfahrungen in meinem Leben, auf mein Herz zu hören. Ich war so kopflastig, dass ich tatsächlich mich nicht mehr traute auf die Stimme in mir zu hören. Manchmal wusste ich gar nicht mehr, ist es jetzt mein Kopf oder mein Herz das zu mir spricht. Ich habe mich einfach nicht getraut, weil mein Kopf innerhalb von Sekunden alles analysieren kann. Das ging soweit, dass mein Körper mit massiven Signalen kam und ich im Krankenhaus mit massiven Herz Rhythmus Störungen landete. Das war der Moment wo mir klar war, ich muss etwas verändern. Ich fing an alles zu hinterfragen, meine Glaubenssätze zu prüfen und dem zu vertrauen was ich fühle. Zu dieser Zeit habe ich dich kennengelernt liebe Eva, du hast mich bestärkt auf mich zu hören und mich nicht von meinen Ängsten lenken zu lassen. Es waren intensive Jahre, ich habe mein komplettes Leben umgekrempelt und mich von einigen Menschen in meinem Umfeld verabschiedet. Heute fühle ich mich freier und vor allem authentischer, ich bin auf dem Weg zur besten Version von mir selbst. Dafür lohnt es sich auf sein Herz zu hören.

    • Eva Adelberger

      Das kenne ich auch von mir, liebe Helene, dass ich früher gar nicht wusste, ist es mein Kopf oder mein Herz. Ich kann das heute gut unterscheiden, indem ich hineinspüre, was sich leichter anfühlen würde und was mich glücklicher machen würde. Das ist dann immer der Herzgedanke. Dann braucht es nur noch ein bisschen Mut, damit sich etwas verändern kann. Danke für deinen schönen, mutmachenden Bericht.

  3. Surma

    Liebe Eva ❤️Ich danke dir für das teilen deiner Geschichte . Du hattest es schon beim Seminar auf der schönen ruhigen Insel Vis angedeutet. Es macht mir Mut deine rührende Geschichte zu lesen und gibt mir Kraft und ich versuche immer mehr auf mein Herz zu hören . Ich habe seit der Reise tolle Begegnungen und es fühlt sich immer stimmiger an und ich bin auf dem richtigen Weg der Stimme meines Herzens zu folgen . Fühl dich ganz lieb umarmt . Ich bin so froh dir über den Weg gelaufen zu sein . Ich habe soviel durch dich gelernt . In diesem Sinne herzliche Grüße Martina

    • Eva Adelberger

      Wie schön, meine liebe Martina, dass wir uns gegenseitig inspirieren können und sich bei dir soviel verändert. Ich freue mich riesig, dass ich dazu beitragen konnte. fühl dich auch von Herzen umarmt.

  4. Charlotte

    Liebe Eva! Es ist schön, dass du deine Erfahrungen mit uns Lesern teilst. Du machst Mut, du bist eine Kraftquelle! Auch ich sage schön, dass es dich gibt! Liebe Grüße aus dem Waldviertel von Charlotte

  5. Astrid

    Liebe Eva,
    herzlichen Dank für diesen Artikel und für deinen Mut, deine persönlichen Erlebnisse zu teilen.
    Ich habe auch schon brenzlige Momente erlebt und auf mein Herz gehört und es war richtig.
    Ich coache mich auch manchmal selbst und frage mich, welche Überzeugung hinter einem unangenehmen Gefühl verborgen ist, und es gelingt, die Antwort zu finden.
    Schön, dass es dich gibt! Danke für dein Sein!
    Liebe Grüße
    Astrid

    • Eva Adelberger

      Toll, Astrid. Ich mache das auch immer wieder, mich zu fragen, was dahinter steckt. Ich liebe diese Selbsterforschung, die mich dann so vieles besser verstehen und fühlen lässt. Danke auch dass es dich gibt.

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