Du bist ein Segen für alle, denen du begegnest.

In jeder Sitzung, durch die ich einen Menschen begleite, kommt an einer Stelle der Punkt, an dem ihm ein oder mehrere Glaubenssätze bewusst werden, mit denen er schon seit seiner Kindheit durchs Leben geht und die seine Lebenswirklichkeit bestimmen und prägen.
Die meisten von uns haben durch ihre Erfahrungen in der Kindheit gelernt, bestimmte Dinge über sich zu denken, wie: Ich bin nichts wert, Ich bin allein, Ich muss stark sein u.s.w. Diese Glaubenssätze wirken unbewusst ein ganzes Leben lang weiter, solange wir sie uns nicht bewusst machen und lernen, neu über uns zu denken.

Eines meiner unbewussten Grundgefühle, mit dem ich lange durchs Leben gegangen bin, war:
ICH NERVE ANDERE, FALLE IHNEN AUF DEN WECKER, BIN IHNEN LÄSTIG. Ich war als Kind nämlich eine sogenannte „Nervensäge“ und das wurde mir auch oft gesagt.
Ich habe mich nie einfach ganz selbstverständlich so angenommen gefühlt, wie ich war, sondern hatte immer das bedrückende Gefühl, eine Last zu sein, zu laut, zu lebhaft, zu fordernd, zu wild – halt einfach nicht normal und richtig. Und viele, viele Jahre war mein Glaubenssatz tief in mir „Ich bin nicht gut so“. Bewusst war er mir allerdings nicht, er hat sich nur dadurch bemerkbar gemacht, dass ich mich oft bedrückt, unwohl und nie richtig in mir zuhause gefühlt habe.
Schon in meiner Kindheit habe ich versucht, anders zu sein, richtiger, damit ich auch ein anerkennenswertes Mitglied meiner Familie sein konnte und mehr dazugehörte. Ich habe mich angestrengt, habe mich verstellt, habe mich bemüht, möglichst nur nett und lieb und weichgespült rüberzukommen. Habe mein Temperament unterdrückt, damit ich nicht wieder unangenehm auffalle – ich habe mich falsch gespielt.

Auf einem THE WORK-Seminar vor einigen Jahren sollten wir einen inneren Glaubenssatz finden und mit ihm arbeiten bzw. ihn umkehren und einen wahreren finden. Nach einem tiefen Hinspüren kam er dann wieder hoch, der Satz: „Ich falle anderen auf die Nerven und bin ihnen lästig“, und dabei wurde mir das ganze Ausmaß  dieses Gedankens und seine Folgen für mein Leben zum ersten Mal ganz klar und bewusst. Während der Arbeit mit THE WORK entwickelte sich dann ein neuer Satz, den ich erst mal gar nicht glauben konnte, doch der sich sehr sehr gut anfühlte:

„Ich bin ein Segen für alle, denen ich begegne.“

Wow, was für ein Unterschied, diesen Gedanken zu denken bzw. ihn zu fühlen. So leicht und frei und wohltuend.  Aber glauben konnte ich ihn zunächst mal noch nicht. Statt dass ich den Leuten lästig bin, sollte ich ein Segen für sie sein? Ganz vorsichtig begann ich, mich diesem neuen Gedanken zu nähern und spürte immer mehr, dass er tatsächlich wirkte. Fast unbemerkt und mir nicht immer bewusst, entfaltete sich dieser neue Keim in mir und wuchs. Immer öfter zeigte ich mich, wie ich wirklich bin, ohne Verstellung und Maske. Und mehr und mehr und am Anfang noch sehr erstaunt stellte ich fest, dass ich gerade dadurch andere berührte.
Es war ein Prozess und eine Verwandlung über einige Jahre und manchmal ist es immer noch unglaublich für mich, wie sehr sich meine Wahrnehmung von mir verändert hat.
Ich spüre und weiss heute tatsächlich, dass ich ein Segen bin für Andere. Und genauso weiss ich, dass die Anderen ein Segen sind für mich, so wie wir alle füreinander ein Segen sind. Wenn wir uns dafür öffnen und es zulassen und erkennen. Wir sind nämlich auch dann ein Segen füreinander, wenn es sich im ersten Moment nicht so anfühlt oder wenn wir etwas durch den anderen in uns selbst erkennen können.
Je natürlicher und authentischer du dich zeigen kannst, desto mehr fühlst du dich von Anderen angenommen und verstanden. Je offener,  ehrlicher, liebevoller und wahrhaftiger du dir selbst begegnest, desto mehr kannst du  auch die Anderen in ihrem So-Sein annehmen und verstehen.

Dieses liebevolle, urteilsfreie Herz-Öffnen für uns selbst und für die Anderen ist der wahre Segen, den wir uns spenden können. Dieser Segen behütet unser Sein und lässt uns spüren, dass wir in Sicherheit sind.

In Liebe – Eva

8 Kommentare zu: “Du bist ein Segen für alle, denen du begegnest.”

  1. Silke Weigand

    Liebe Katrin,
    Nimm Kontakt mit Eva auf. Sie begleitet dich, „dranzukommen“.
    Lieben Gruß
    Silke

  2. Heidi

    Liebe Eva,
    Danke für diesen wunderschönen Beitrag, ich kenne und verstehe das, ich habe einen ähnlichen oder gleichen Glaubenssatz und hadere oft deswegen mit mir. Aber immer öfter kommt in mir der Gedanke hoch, dass ich eher Segen denn Last bin…
    Aber zuerst darf ich es erkennen und dann auch im Außen wahr- und annehmen.
    Du bist wahrhaft ein Segen, deine Beiträge berühren tief und gehen zu Herzen ♥️
    Danke und alles Liebe für dich und deinen Weg…
    ♥️🌺

    • Eva Adelberger

      Danke dir, liebe Heidi. Toll, dass du es schon erkennen kannst – alles andere kommt von selbst.

    • Eva Adelberger

      Liebe Katrin, indem du der kleinen Katrin nochmal begegnest und für sie nochmal fühlst, was sie damals gefühlt hat. Ich begleite dich gerne dabei.

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