Das Kind in dir

Willkommen zurück. Ich begrüße dich heute zum Tag Vier der Rauhnachtzeit. 

Ich freue mich, dass du weiter dabei bist und vielleicht schon einige Erfahrungen, auch in der Natur gemacht hast.
Wenn du heute deinen Spaziergang durch die Natur machst, achte doch mal auf alles, was dir begegnet. Streife einfach mit offenen Sinnen durch Wiese, Wald oder Feld und halte Ausschau nach Pflanzen, Tieren, Steinen, besonderen Blicken oder Symbolen.
Alles kann eine Botschaft für dich beinhalten und du musst niemanden nach der Bedeutung fragen, sondern kannst sie einfach in dir selbst aufsteigen lassen. So kannst du lernen, keinen Lehren von außen, sondern deiner eigenen Intuition wieder zu vertrauen. Alles was von außen kommt – so wie jetzt auch diese Rauhnacht-Inspirationen von mir – haben nur dann etwas mit dir zu tun, wenn sie dich im Inneren berühren, wenn sie etwas in dir anklingen lassen und wenn sie dir aus der Seele sprechen.
Ansonsten bleibt jedes Ritual, jede einfach befolgte Anleitung eine leere Handlung, die dich letztlich weder bereichert noch eine wirklich tiefe innere Erfahrung für dich ermöglicht.

Als Kinder hatten wir noch diesen unschuldigen Zugang zu den uns umgebenden Dingen und zur Natur. Alles war beseelt, lebendig und geheimnisvoll.
Gehe heute und an den folgenden Tagen wieder mit den Augen und dem Gemüt des Kindes, das noch in dir lebt, auf deinen Ausflug in die Natur.
Staune, lass dich überraschen, erlaube dir kindliche Einfachheit und vertraue darauf, dass alles, was du wahrnimmst und wie du es wahrnimmst, genauso ist. Lass die erklärenden Gedanken in den Hintergrund treten und vertraue darauf, dass sich dir dann die verborgene Magie offenbart, die unser Verstand nicht wahrnehmen kann.

 

Verbinde dich mit dem Kind in dir

Stell dir doch heute mal die Frage, wieviel kindliche Verrücktheit und Übermütigkeit du dir in deinem Leben noch erlaubst. Meist haben wir den kindlichen Übermut oder unsere Träumereien und Fantasien schon in unserer Kindheit ausgetrieben bekommen von Erwachsenen, die dieses Verhalten als etwas Schlechtes angesehen haben und die sich dies ebenso schon lange, meist auch seit ihrer Kindheit verboten haben. Deshalb wurden wir in unserer Erziehung zur Vernunft angehalten. Die allermeisten von uns wuchsen in dem Glauben auf, dass Kindlichkeit, Übermut, Leichtsinn, Langsamkeit, Träumen oder auch Ängstlichkeit und Weichheit etwas Verurteilenswertes seien. Und wie oft bist du für die Folgen einer dieser Verhaltensweisen von Eltern und Lehrern bestraft, beschimpft oder verurteilt worden?  So hast du gelernt zu glauben, dass du etwas falsch gemacht hast, ja, dass du selbst falsch bist und du fühltest dich schuldig.

Was für ein fataler Irrtum, der dich so viel von deiner natürlichen, angeborenen Lebensfreude gekostet hat. Diese Schuld liegt nämlich bis heute – meist unbewusst, versteckt, getarnt und nie hinterfragt – schwer auf deinem Herzen und deiner Seele. Sie bestimmt bis heute, wie du dein Leben wahrnimmst und beeinflusst in großem Maße dein Handeln, Fühlen und Denken.
Es ist höchste Zeit, das zu verändern und deine kindliche Unschuld in dir wieder zu entdecken und als etwas Wunderschönes zu würdigen.

 

 

Behüte, halte und umarme dein Kind

Gehe heute mit den Augen und dem Gemüt eines Kindes auf deinen Weg in die Natur. Wenn du ein Kinderbild von dir zur Hand hast, stecke es in deine Tasche und nimm es mit.

Kinder laufen fast nie einen Weg einfach so geradeaus. Sie rennen manchmal ein bisschen oder schlendern, sie hüpfen, bleiben mal stehen, hocken sich hin, drehen sich, heben etwas auf – alles fesselt ihre Aufmerksamkeit.
Erwachsene sieht man sich nie so fortbewegen. Wir laufen meist wie Zinnsoldaten vorwärts und schauen nicht nach rechts und links.
Vielleicht hast du ja Lust, dich heute mal wieder wie ein Kind zu bewegen. Wenn du den Mut hast, tue es und spüre, was es mit dir macht und was für Gefühle es in dir auslöst.

Erinnere dich auf deinem Weg: Was hat das Kind in dir gerne gemacht? Womit konnte es Stunden verbringen und alles um sich herum vergessen? Das sind Momente, in denen du in einem wundervollen, zeitlosen Zustand warst. Und woran hat es so richtig Spaß gehabt, was hat es geliebt, wann hat es vor Freude gehüpft, getanzt und gelacht und hätte die ganze Welt umarmen können? Nimm dir Zeit, diese Situationen noch einmal auftauchen zu lassen und hineinzufühlen.

Gehe auch heute wieder zu einem Ort in der Natur, der dir gefällt. Vielleicht ist es ja auch schon dein Ort, den du dir für diese Rauhnachtzeit ausgewählt hast oder ein anderer.
Wenn du möchtest, kannst du hier jetzt das Bild deines Kindes, das du mitgebracht hast, anschauen.

Kannst du spüren, dass dieses Kind vollkommen rein und unschuldig war und einfach nur aus seinem Herzen heraus gelebt hat? Dass es niemals etwas Böses wollte, weder für sich noch für die Menschen in seiner Umgebung? Ganz im Gegenteil. Fühle noch einmal, wie es sich bemüht und angestrengt hat, alles gut und richtig zu machen, den Erwartungen seiner Eltern zu entsprechen und dafür viel von seiner kindlichen Lebendigkeit und Freude geopfert hat.

Schließe nun wieder deine Augen für diese Welt, öffne dein Herz und lege die Arme wie zwei Flügel um dich.
Höre in dich hinein, verschmelze mit dir. Gib dich hin. Lasse dich buchstäblich fallen und spüre dich.
Nimm dich und dein Kind  liebevoll  und mit deinem tiefsten Mitgefühl in deine Arme und sage ihm, wie wundervoll es ist und versichere ihm, dass es keine Fehler begangen hat, sondern alles immer so gut gemacht hat, wie es ihm möglich war.
Darauf wartet es schon so lange und das tut ihm so gut.

Freue dich darüber, dass du bist wie du bist. Spüre alles, was zu spüren ist. Deine Haut, wenn deine Hände darüberstreichen, die Wärme in deinem Körper, deinen Herzschlag. Freude über die Umarmung oder auch Leichtigkeit.
Und wenn du das alles so richtig ausgekostet hast und merkst, dass es reicht, dann beende dein Ritual und bedanke dich bei dir.

 

Das Kind in dir möchte wieder leben

Das Gleiche wie für das Kind gilt auch für dich bis heute. Auch du hast es immer so gut gemacht wie du konntest. Die Erkenntnis, dass wir vollkommen unschuldig sind und gut sind genauso wie wir sind, kann ein großer Wendepunkt in unserem Leben sein. Es ist der Wendepunkt von der bisherigen, oft unbewußten und meist schon selbstverständlich gewordenen Selbstverurteilung in das verstehende und alles verzeihende Selbst-Mitgefühl. Wenn du dich diesem Gefühl mehr und mehr näherst, wird dich eine riesige Erleichterung durchfluten und es kann der Anfang einer tiefen Liebes – und Friedensbeziehung zu dir selbst sei, die du dir auf diese Weise vielleicht noch nie vorstellen konntest.

Überleg doch mal, was dir auch heute noch viel Freude macht, wo du dich in einem Flow-Zustand fühlst,  wo du total aufgehst in deinem Tun, weil es dir sehr leicht fällt, wo du dich selbst vergisst und dieses leise, tief befriedigende Glücksgefühl erlebst? Oder Dinge, an denen du großen Spaß hast, so dass du vor Freude tanzen und lachen könntest. Hierbei stößt dein Gehirn ganz viel Dopamin aus, welches Hunderte von neuen synaptischen Verbindungen in deinem Gehirn entstehen lässt. Als Kinder erlebten wir jeden Tag bis zu 200 solcher Begeisterungsstürme. Als Erwachsene haben wir aufgehört, uns spontan dem Leben hinzugeben, uns begeistern zu lassen und Spaß zu haben.

Also fange jetzt an, dich wieder daran zu erinnern, was du geliebt hast als Kind. War es das Träumen, das Toben, das Spielen, das Albern sein, das still in dir Versunken sein, das Fantasieren, malen, klettern…was auch immer. Schau, was genau du jetzt brauchst, um diese Gefühle wieder in dir wachzurufen. Wir alle haben diese Kinder noch in uns.

 

Schreibe heute alle Wünsche und Sehnsüchte deines Kindes in dein Tage-Buch. Und notiere dahinter, was dich heute davon abhält, diese Dinge zu leben und zu verwirklichen. Vielleicht entdeckst du eine Möglichkeit, wie du gleich heute beginnen kannst, ein wenig mehr von dem in deinen Tag zu bringen, was du dir bisher versagt hast. Schreibe auch das auf. Und dann schaue im April wieder zu diesem Thema in deinem Buch nach und reflektiere nochmal, was sich verändert hat oder wo es noch leichter und unbeschwerter werden darf.

 

Hier noch ein wunderschöner Musiktipp zum heutigen Rauhnacht-Thema von der CD „Songs for the inner Child“ von Shaina Noll:
„How could anyone ever tell you, you are anything less than beautiful“

 

Erlaube dir heute einen Tag voll kindlicher Unschuld, Freude Unbeschwertheit und genieße ihn aus vollem Herzen.


In Leichtigkeit –  Eva

 

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Ein Kommentar zu: “Das Kind in dir”

  1. Ulrike Adelmann

    Liebe Eva, meinen Herzensdank für die wunderbare Führung durch die Rauhnächte. Es ist sehr bewegend und bringt Freude und Erkennt.🙏🤗💞♥️✨☀️🌟💚🎄Öffnet das 💓 und lässt den Verstand nach hinten treten.
    Namaste

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